Noah Slee /NZ/

Noah Slee kommt aus Neuseeland, setzt sich auf seiner Platte „Otherland“ intensiv mit seinen Wurzeln auf Tonga auseinander und liebt – wahrscheinlich als einziger Mensch in der Hauptstadt – den Winter in Berlin, seinem derzeitigen Wohnort. Ein Polynesier, der die graue Kälte mag? Ist Noah Slee wahnsinnig oder genial? Bei ihm schlägt das Pendel eindeutig in Richtung musikalisches Genie aus. Die Lässigkeit, mit der Noah Slee seine Musik zusammensetzt, sucht ihresgleichen. Einflüsse von traditionellem Soul werden ganz experimentell mit Future Beats, Contemporary Soul, Prog-R’n’B und Indie-Electronica verknüpft und ergeben eine hypnotische Mischung, die in ihrem Abwechslungsreichtum über eine ganze Platte trägt. Es mag ja ein wenig altmodisch wirken, wenn jemand tatsächlich die Songs in einen größeren Zusammenhang setzt und nicht einzelne Kunststücke fabriziert. Noah Slee macht einfach beides und erzählt damit auch noch seine sehr persönlichen Geschichten von Liebe, Glauben, dem Leben in verschiedenen Welten, seinem Coming-out, Verständnis, Freund- und Verwandtschaft. Und dann ist da noch diese unglaubliche Stimme, die alles – die poppigen Elemente, die langsamen Funk-Tracks und die Elektroexperimente – wieder ganz auf den Soul zurückführt. Eine Stimme, die ansatzlos aus der Tiefe ins Falsetto steigen kann, die lose Fäden verbinden und Knoten lösen kann. Eine Stimme, die alles zusammenhält und so persönliche Dinge erzählt, dass es manchmal schmerzlich und schön zugleich ist. Freut euch auf Noah Slee auf dem HIP HOP KEMP 2018!